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Von "Namenlos" zur Weltmarke

In Bad Wurzach sitzt die Firmenzentrale der Verallia Deutschland AG mit weiteren Werken in Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, in Russland und der Ukraine.


75 Jahre stetige Entwicklung von der halbautomatischen Produktion im Tausender-Bereich hin zur computergesteuerten Herstellung von rund einer Milliarde Flaschen und Gläsern pro Jahr ist für das Unternehmen natürlich eigentlich ein Grund zum Feiern. Eigentlich, weil alle geplanten Aktionen zum Jubiläum coronabedingt ausfallen mussten. Erinnert wird dennoch an das Gründungsdatum, in der Jubiläumsbroschüre, die online unter News auf de.verallia.com zu finden ist.


Das Verallia-Werk hat über die Jahrzehnte Bad Wurzach mitgeprägt: als größter Arbeitgeber, der Beschäftigte aus aller Welt in den Ort gezogen hat. Das war von Beginn an so, als Flüchtlinge aus Schlesien oder dem Erzgebirge in der Glashütte Arbeit fanden. Das war später so, als die ersten „Gastarbeiter“ aus Italien, später aus Spanien, aus Portugal und dann vor allem aus der Türkei nach Bad Wurzach zogen. Als dann die französische Saint-Gobain Gruppe die Mehrheit der Aktiengesellschaft übernahm, wurde die Belegschaft noch einmal internationaler. Eine Tatsache, auf die man heute stolz ist: „Diversity“, die Vielfalt an Berufen, an Nationen, an Geschlechtern wird heute auf allen Ebenen bewusst angestrebt.

 

Dass die Erfolgsgeschichte nicht immer geradlinig verlaufen ist, wissen ältere Bad Wurzacher noch. Gleich zu Beginn stellte sich heraus, dass der Torf als Brennmaterial für die erforderliche Hitze einer Glaswanne untauglich ist. Es waren in der Oberland-Geschichte und seit 2015 in der Verallia-Geschichte dann stets solche Herausforderungen, die als Ansporn zu besonderen Lösungen aufgefasst wurden.


Die weiten Transportwege des damaligen Hauptrohstoffs Sand aus Köln beispielsweise führten dazu, dass in den 1970er Jahren in Bad Wurzach die haushaltsnahe Glassammlung begonnen wurde. Von hier aus setzte sich das System der Recyclingglas-Container an der Ecke europaweit durch. Heute verwendet die Behälterglasindustrie überwiegend Recyclingglas zur Produktion. Eines der gelungenen Beispiele von Abfall-Verwertung auf stets gleichem Niveau. Ein weiteres Ziel des Unternehmens ist die stetige Verringerung des CO2-Fußabdrucks. Das Werk in Bad Wurzach ist hier einer der Pioniere beim Erforschen der Technik, Biogas zur Glasproduktion einzusetzen. 

 

An die „rauchenden Schlote“ über dem Oberland-Werk können sich heute nur noch ältere Bad Wurzacher erinnern. Längst sind Abgasreinigung und effizienter Energieeinsatz so fortgeschritten, dass die Grenzwerte weit unterschritten werden. Nur noch Erinnerung ist auch der erste „Markenname“ für die Oberland-Produkte: Eigentlich wollte man die Einmach-Gläser nach einem der Gründer der Glashütte Josef Wick benennen. Da der Mitbewerber allerdings „Weck“ hieß, unterband er die Bezeichnung „Wick-Gläser“. So bot man die ersten Produkte einfach als „Namenlos“-Gläser an. Über „Oberland“ kam man dann 2010 zur Bezeichnung „Verallia“. Der Name steht heute für die Nummer 1 in Europa und die Nummer 3 auf dem Weltmarkt für Flaschen und Gläser für die Lebensmittel- und Getränkewirtschaft. Eine jüngst abgeschlossene Millionen-Investition im Werk zeigt im übrigen, dass Verallia Deutschland es ernst meint mit seinem Unternehmenszweck: „Glas neu denken – für eine nachhaltige Zukunft!“

 

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